Nov 232014
 

Heute ist Totensonntag. Mein Vater hatte dazu vor einigen Jahren eine Begebenheit aufgeschrieben, die vor etwa 30 Jahren an einem Totensonntag geschah:

Ritter Aljoscha

Es war einmal ein kleiner Junge.
Der war mit der Gabe einer tollen Fantasie ausgestattet.
Immer wieder träumte er sich in neue Geschichten und in neue Welten hinein.
Eines Tages fühlte er sich als ein tapferer Ritter. In vielen Schlachten bewies er seine Tapferkeit, manche Siege wurden von ihm errungen.
Der kleine Junge wuchs in einer Pastorenfamilie auf. Immer wieder kam es vor, dass er seinen Papa bei irgendwelchen Gelegenheiten begleiten konnte.

Heute war Totensonntag.
Sein Papa hatte auf dem Friedhof eine Andacht zu halten.
Der Posaunenchor war bei diesem Ereignis natürlich mit von der Partie, denn es wurden schließlich auch Lieder gesungen, und so ein Bläserkreis belebt den Gesang ungemein.
Mit von der Partie war natürlich auch unser kleiner Junge. Er wollte ja schließlich seinem Papa zur Hand gehen und ihm helfen.
Die Liedblätter klemmte er sich unter den Arm. Es war heute seine Aufgabe, diese Zettel auf dem Friedhof an die Besucherinnen und Besucher zu verteilen.

Mit der ihm eigenen Sorgfalt ging unser kleiner Junge diesem Auftrag nach. Fleißig verteilte er die Liedblätter an die Frauen und Männer, die auf die Andacht warteten.
Sein Papa hatte inzwischen hinter einem Gebüsch seinen Talar angezogen und wollte mit der Feier beginnen.

Doch was war das?
Dem Pastor stockte der Atem.
Seine Worte kamen kaum aus seinem Mund.

Er erblickte unter den zuhörenden Menschen einen Ritter, der in voller Rüstung durch die Reihen ging und die Zettel mit den zu singenden Liedern verteilte.
Die Gemeinde sah es mit Wohlgefallen.
Traurige und ernste Gesichter hellten sich auf und wurden fröhlich.

Die Andacht begann und alle waren der Meinung:
Heute wurde ein ganz besonderer Sieg errungen!
Über die Trauer hat die Freude triumphiert!

Besser kann man die Botschaft vom Leben am Totensonntag gar nicht vermitteln.

(Willi Everding)

Apr 192013
 

Dove hat eine schöne Aktion gemacht. Ein forensischer Zeichner hat Leute so gezeichnet, wie sie sich selbst sehen und beschreiben. Anschließend wurden diese Leute von anderen Menschen beschrieben.

Wie siehst Du Dich?! Und wie wirst Du gesehen?! Sei barmherzig mit Dir, auch wenn es schwer fällt.

(filed under: ‚Dinge, die ich selber lernen muss.‘)

Mrz 262013
 

Dass das Internet nahezu ausschließlich für Porn exisitiert, sollte spätestens seit Avenue Q allen bekannt sein.

Auf Cabin Porn gibt es Porn, der ganz besonderen Art. Immer wieder bestaune ich al die wunderbaren Bilder von tollen Hütten und Häuschen in der Einsamkeit.

Cabin Porn

Und irgendwann schmeiße ich alles hin und werde Prinzessin Selbstversorger und ziehe mich in so eine Hütte in den Wald zurück!

Memo an selbst: Into the wild gucken.

Mrz 202013
 

Ja, ich bin auch so einer, der ständig sein Essen fotografiert. Ich mache das nicht, weil ich irgendwie ein Hipster sein möchte, sondern weil es für mich Bestandteil des Tagebuchschreibens ist. Ich will wissen, wann ich was gegessen habe. Dies erleichtert mir zudem die Auswahl, wenn ich mal wieder überlege, was ich essen könnte. Ich blättere durch meine Essensbilder und lasse mich inspirieren.

Ich habe bereits viel Spott dafür ertragen, was dazu geführt hat, dass ich diese Bilder einfach nicht mehr bei Facebook, Instagram und Co. poste. Ständig wurde rumgenörgelt und sich über das Aussehen des Essens lustig gemacht. Irgendwann verlor ich dann leider die Lust daran. Danke an alle, die mir da den Spaß an der Sache genommen haben, weil sie nicht einfach mal die Fresse halten konnten!

Auf dem Tumblelog ‚Pictures of hipsters taking pictures of food‚ gibt es nun zahlreiche Bilder von Leuten, die ihr Essen fotografieren. Vermutlich, um sich auch mal wieder darüber lustig zu machen, dass es Leute gibt, die Essen den Stellenwert geben, den es haben sollte. Essen ist Leben! Ohne Essen könnten wir nicht leben. Also warum darf man sich dann nicht mit dem, was man isst auch etwas länger und intensiver auseinandersetzen?

(via)

Mrz 192013
 

Es gibt Diebe, die von den Gesetzen nicht bestraft werden und doch dem Menschen das Kostbarste stehlen: Die Zeit. (Napoleon Bonaparte)

Auf Facebook habe ich heute meinen Unmut darüber geäußert, dass ein Kunde von mir nicht in der Lage ist, die Rechnungsnummer als Verwendungszweck anzugeben. Prompt erhielt ich einen Kommentar auf dieses Statusupdate. Die Kommentatorin prahlte damit, dass sie manchmal absichtlich eine Rechnungsnummer nicht angibt, um dem Gegenüber extra Arbeit zu machen. Kurz drauf erweiterte sie ihre Äußerung auch noch um eine gewisse Häme:

(1) Aljoscha Marcel Everding

Leute, die die Zeit anderer Menschen als wertlos erachten und diese absichtlich verschwenden, machen mich wütend! Was geht in solchen Köpfen vor?!

Der Arbeitsphilosoph Frithjof Bergmann betrachtet den Geldbetrag, den man bei einer Tätigkeit bekommt nicht als Lohn für die geleistete Arbeit, sondern als Aufwandsentschädigung für die dafür aufgewendete Zeit, die man so nicht anders verbringen konnte.

Wenn jemand also absichtlich meine Zeit verschwendet, in dem er mir zusätzliche Arbeit bereitet, so nimmt er mir mein wertvollstes Gut ohne eine Gegenleistung zu erbringen. Für mich ist dies somit ein doppeltes Minus-Geschäft: Mir fehlt sowohl die Zeit, als auch der Geldbetrag, der die so fehlende Zeit entschädigen könnte!

Die Konsequenz muss sein: Zeitdiebe – sowohl im Beruflichen als auch Privaten – aus dem eigenen Leben zu streichen! Sie tun nicht gut!

Jan 192010
 

Nichts beschreibt das Verhältnis des Deutschen an sich zu Neuerungen in Sachen Technik und seinen Möglichkeiten so gut wie das Wort „Technikfolgenabschätzung“.

Sieht der Amerikaner im Internet einen Quell neuer faszinierender Möglichkeiten und ist begeistert, so überlegt der Deutsche als Erstes, was es für Risiken birgt. Diese Grundeinstellung gegenüber Neuem mag durchaus manchmal von berechtigtem Überlebenswillen zollen (Eine „deutsche“ Maus mit gesunder Technikfolgenabschätzung hat vermutlich zu dem Käse in einer Mausefalle ein völlig anderes Verhältnis – und damit einhergehend eine bedeutend höhere Lebenserwartung – als ihre amerikanische Kollegin). Andererseits entgehen einer übervorsichtigen „Maus“ mit Sicherheit auch viele einmalige Chancen, die eine amerikanische Maus mit höherer Risikobereitschaft effektiv nutzen kann. 

Auf in die Beleuchtung von Technik aus meiner Sicht. Und so ist auch dieser Versuch auf posterous.com statt mit einem WordPress ausgestattet über Technik zu schreiben ein Technik-Ausprobieren.
In diesem Sinne um es mit den Worten meines Vaters zu sagen: „Es gibt mutige und es gibt alte Flieger…“.