Nov 122008
 

Wir sehen Sand.
Leicht feucht – es hat geregnet.
Blätter und Eicheln, vereinzelt noch
Der Herbst geht zum Winter über.

Wir verändern den Blick,
„zoomen“ heraus, kameragleich.
Eine Schaukel,
dort hinten eine Wippe
(kommen ins Bild).

Wind, nur leicht
– wie die letzten Ausläufer
eines kaum ausgebrochenen Sturms –
weht durch Gräser,
die büschelweise
vereinzelt
im Sand sprießen.

Ein Spielplatz im Spätherbst.
Die Zeit fröhlichen Lachens
glücklicher Kinder
ist vorbei.

Aus dem Augenwinkel
nehmen wir rechts
eine Bewegung wahr.
Ein kleiner Ball rollt
wie von Geisterhand
ins Bild.
Man sucht vergeblich das Kind,
dass mit ihm zuletzt
gespielt hat.

Betrachtet man das Bild aus gewisser Distanz,
so ist man sich nicht sicher
ob sich hier wirklich gefreut wurde
oder nicht einfach alles nur ein Traum,
ja Wunschvorstellung war.

Das Kind ist weg,
der Ball allein
und vielleicht war es
auch der Wind
und nie ein Kind,
der den Ball stets antrieb
und bewegte.

Aber auch dieser Windstoss
ist längst weitergezogen.

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