Aug 302007
 

Es sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben, dass das kleine Ländchen links von uns (Profis nennen sowas westlich) in den einen oder anderen Dingen dezent progressiver als wir™ (aka Du bist Deutschland) eingestellt sind.

Neu im Programm des Fortschritts ist die im Rahmen eines Pilotprojekts angekündigte Zusammenarbeit der Buma/Stemra mit Creative Commons Niederlande. In den Niederlanden sollen nun Mitglieder der Verwertungsgesellschaft die Möglichkeit haben, ihre Werke unter Creative Commons-Lizenzen für den nichtkommerziellen Bereich zu stellen und umgekehrt. Derartiges ist in Deutschland leider derzeit unmöglich. Die GEMA sieht in Creative Commons keine Alternative „zum gewachsenen und bewährten System der Rechtewahrnehmung durch die Verwertungsgesellschaften“ wie im GEMA-Brief, Ausgabe 59 im September 2006 zu lesen war. Und so kann ein GEMA-Mitglied nicht sowohl unter CC als auch kommerziell veröffentlichen.

„Das einzelne Herauslösen von Werken aus dem Gesamtschaffen (cherry picking) ist einem GEMA-Mitglied nicht gestattet, denn dies gefährdet die in der kollektiven Rechtewahrnehmung begründete Interessenvertretung der Verwertungsgesellschaften.“

Und während in Deutschland einmal mehr das Internet mit den Änderungen, das es mit sich bringt, völlig verpennt wird, so haben in den Niederlanden die Leute früher gemerkt, dass das Internet mehr Flexibilität in der Verwaltung der Urheberrechte erfordert.

Seit dem 23.8. diesen Jahres läuft das Pilotprojekt und steht allen niederländischen Musikern und Textern für ein Jahr offen. Anschliessend sollen die daraus gewonnenen Ergebnisse ausgewertet werden.

Bis diese Erkenntnisse jedoch in Deutschland fruchten, vergehen vermutlich noch Jahre. Die GEMA und ihre Entscheidungsträger sind derart alt, verstaubt und träge, dass sie diesen „neumodischen Schnickschnack“ vermutlich noch lange Zeit wunderbar verdrängen können.

Ich freue mich an dieser Stelle einmal mehr auf den 31.12.2007. Dieser Tag wird für mich der letzte Tag meiner GEMA-Mitgliedschaft sein und endlich werde ich auch unter CC veröffentlichen können. Anders geht es hier ja leider nicht.

(via)

Aug 292007
 

Wie ich eben im Musiktechnik-Blog der de:bug lesen musste, verstarb Daniel Hanson im Alter von nur 33 Jahren am 19. August diesen Jahres infolge eines Autounfalls. Daniel Hanson war einer der Gründer der schwedischen Ausnahmemusikelektonikfabrikanten Elektron und maßgeblich an der Entwicklung der von mir heißgeliebten machinedrum, der sidstation und der monomachine.

Wer einmal einen Elektron-Klangerzeuger in seinen Händen halten, spielen und hören durfte, dem war klar, dass diese Geräte nicht von dieser Welt stammen konnten. Schwer vorzustellen, dass der Schöpfer nun in der Tat nicht mehr auf dieser Welt weilt.

Möge Dein Geist in den feinen Maschinchen auf ewig weiter leben! Und an den Rest der Elektronen sei gesagt: Fahrt vorsichtig!

(via)

Aug 292007
 

Sehr Beruhigendes habe ich eben in Kai Ravens Rabenhorst gelesen. Heute geht es im Chaosradio über Biometritis 2007 – Biometrische Vollerfassung mit den neuen Pässen. Nicht, dass mich Biometrie beruhigen würde – im Gegenteil! Allerdings war gestern im Wiki der Sendung unter der Nummer 127 noch zu lesen, es ginge um Online-Spiele.

Ich hatte schon befürchtet, dass das heutige Chaosradio nach der Low-Level-Sendung letzten Monat über OS X wieder so eine Weichspülerveranstaltung wird. Nachdem ich ja das neue Chaosradio mit Jakob Kranz nach den ersten Folgen überaus loben musste, so hab ich bei dem Kram, den sich Tim und Pavel da mit Jakob zusammengelabert haben, bei allem Respekt für die drei Beteiligten und Liebe zum Betriebssystem an sich, echt die Ohren anlegen müssen.

Es ist davon auszugehen zu hoffen, dass die Sendung heute wieder mehr Substanz haben wird. Biometrie im Chaosradio ist zwar alles andere als neu, aber ist ja nun mal nach wie vor ein heißes Thema, das über die Zeit nicht weniger aktuell geworden ist.

Aus den Infos zur Sendung:

Seit einem Jahr haben Reisepässen einen Funkchip eingebaut, unser Passfoto ist digital vermessen. Ab November müssen wir unsere Fingerabdrücke abgeben, wenn wir einen neuen Pass beantragen. Und 2008 sollen die neuen Personalausweise folgen – ebenfalls mit Chip und Biometrie. Selbstverständlich nur zu unserer Sicherheit.

Was funktioniert das alles und wie kann man sich dagegen wehren? Sind die Reisepässe sicher vor Datenklau? Und was passiert, wenn uns der Computer an der Grenzkontrolle nicht erkennt? Chaosradio möchte mit euch darüber sprechen, ob ihr euch einfach so biometrisch erfassen lassen wollt und welche Bedenken ihr habt.

Im Studio sind Frank Rosengart, Constanze Kurz (beide CCC) und Jakob Kranz (fritz).

Wie man Chaosradio am besten empfängt, erfährt man auf der Streaming-Seite des Wikis. Und für Leute wie mich, die es nie schaffen, die Sendung live – los geht’s um 22h – zu hören wird es dann auch wieder auf der Chaosradio-Webseite diese als Podcast geben. Zur Sendung gibt es auch wieder eine Mitmachseite.

Update: Das Thema wurde erneut kurzfristig geändert. Statt Biometritis gab es „Der Bundestrojaner Reloaded“.

Aug 202007
 

Ich wollte heute mal nachsehen, wann denn mein .mac-Account abläuft. Schön, dass sich Apple da einig zu sein scheint:

In den Systemeinstellungen:

.mac in den Systemeinstellungen

und auf der Webseite:

.mac auf der Webseite

Memo an selbst: Rechtzeitig verlängern.

Aug 192007
 

Ich gebe zu, Googlemail zu verwenden, zeugt nicht gerade von Konsequenz im Kampf gegen Datenkraken.
Vor einiger Zeit jedoch habe ich, als das Spamaufkommen trotz sorgsamen Umgangs mit der Angabe meiner E-Mailadressen, bei meinen Accounts zu hoch wurde (andere haben damit ja glücklicherweise weniger Probleme), einen Großteil meiner Post über den Maildienst von Google gescheucht. Der Spamfilter leistete überaus gute Dienste. In mail.app landete nahezu keine unerwünschte Post mehr. Dies war gut und praktisch, da ich meine E-Mails vor allem auch von Unterwegs via Handy abrufe und da ebenso wenig (wenn nicht noch weniger) Interesse an Viagra habe als zu Hause.
Seit einiger Zeit meint der Filter es aber wohl zu gut. Er filtert nicht nur viele Nachrichten von Freunden und Kunden einfach aus, sondern sogar meine sorgsam erstellten Erinnerungsmails, die iCal mir dankbarerweise regelmäßig zukommen lässt. Und so darf ich jetzt meinen Spamordner von falsch einsortieren E-Mails befreien und nicht mehr die Inbox von Spams. Öfter mal was neues. Die Crux dabei: Der Filter erweist sich als überaus lernresistent. Ich bin für ihn konsequenter Spammer und Mails von mir selbst landen grundsätzlich bei ihm in der Rundablage.

Fehler beim Googlemail-Spamfilter

Und so führt es getreu dem Motto „Computer lösen Probleme, die wir ohne sie nicht hätten“ zu dem angenehmen Nebeneffekt, dass ich mich dann doch von Googles Maildienst lösen kann. Die letzte BastionAusrede gilt auch nicht mehr. Also wechsle ich zurück zur Mailbox auf meinem Webspace.

Und irgendwann mach ich eben meinen eigenen Rootserver mit Blackjack und Nuvoller Kontrolle über die Daten haben. Der Tag wird kommen.

Aug 192007
 

Witzig. Da hört man gerade die Doors mit oben erwähntem Titel und dann liest man nebenbei, dass die Demokratie vielleicht doch noch zu retten ist. Wie hat es Tim so schön formuliert? NEDAP-Land ist abgebrannt. Der absolute Gag an der Sache ist jedoch, dass Pappnasen-City (aka Köln, die mit ohne Bier) dem Hersteller ihre eigenen gekauften Schachcomputer zur geliehen hat, damit NEDAP in den Niederlanden den Niedergang der Demokratie weiter feiern kann. Satz mit X. Der Laden brennt und alles ist weg. Und da die Firma nicht nur keine Ahnung von Demokratie, sondern auch keine vom Versicherungsbetrugtrieb hat, war der gesamte Kram nicht mal anständig versichert. Die Versicherung zahlt nicht (wobei das ja auch ab und an passiert, wenn man versichert war) und Köln steht wieder ohne Wahlcomputer da. Es gibt doch noch Gerechtigkeit! Aber Nedap hat ja Köln schon vorgeschlagen, einfach wieder neue Computer zu kaufen… Man könnte meinen, Nedap und mein ehemaliger Internet-/DSL-Abteilung hätten in Sachen Dreistigkeit den gleichen Lehrer gehabt.

Bleibt zu Hoffen, dass die Kölner wenigstens einmal Vernunft beweisen und sich nochmal genau erklären lassen, wie das mit dem Papier und dem Stift genau funktioniert…