Jun 302007
 

Neben Last.fm ist Discogs eine der grandiosesten Web-2.0-Erfindungen für den netzaffinen Musikliebhaber und/oder -macher. Nicht nur, dass man dort sehr anschaulich durch die Diskografien der einzelnen Künstler surfen kann um festzustellen, was einem noch fehlt oder auf welcher Platte denn noch dieser atemberaubend abgedrehte Dubstep-Mix drauf war, den man vor drei Wochen irgendwo am Strand von Kattenvenne mal gehört hat. Nein, es sind auch wundervolle Tools zur Suche nach dem eigenen Ich. Identität 2.0?! Wer bin ich?! Und vor allem: Was ist von mir selbst dort zu finden?!

Ist es bei fremden Künstlern nicht unbedingt selten, dass man ein unbekanntes Release findet, so sollten Überraschungen im eigenen Künstlerbereich dort eigentlich eher nicht der Regel entsprechen. Aber keine Regel ohne Ausnahme und so war es in meinem Fall neulich dann eine DVD eines Festivals, auf dem ich 2004 als Gastmusiker einer Industrialband auf der Bühne stand. Nun gut, ich erwarte ja gar nicht, dass man mich großartig fragt oder gar dafür bezahlt. Ein Belegexemplar wäre zwar nett gewesen, aber auch nicht zwingend erforderlich. Aber ein Hinweis auf die Existenz dieser hätte meines Erachtens schon drin sein müssen.
Nun gut, also hab ich mir die DVD diese Woche mal Everding haut alles kurz und kleinbestellt und heute erhalten. Ich bin es gewohnt, nicht sonderlich häufig bei Konzertmitschnitten im Bild zu sein. Aber bei dieser DVD muss ich echt umdenken. Über mangelnde Bildpräsenz kann ich mich wahrlich nicht beklagen (Subjektiv betrachtet, scheint der Mitschnitt zu gut 50% aus Bildern von mir zu bestehen *schluck*). Und wenn ich gerade mal so einen A-B-Vergleich anstelle, dann frage ich mich, ob ich vielleicht mal eine Mitbloggerschaft bei 321blog beginnen sollte. Aber das nur am Rande. Nett geworden ist der Mitschnitt ja. Allerdings hätte ich mir persönlich ein wenig mehr Präzision beim Videoschnitt zwischen den einzelnen Kameras gewünscht. Stellenweise wirkt es, als würde ich zu allem trommeln, aber nicht zum Stück, was gerade läuft.

Wozu bringt uns nun dieser kleine Exkurs in mein eher unspektakuläres Musikerdasein? Wenn man der Meinung ist, man würde sich kennen, dann sollte man sich mal auf die Suche nach der eigenen Identität im Netz machen. Man kann immer nur dazulernen. Von daher bin ich überaus gespannt auf das, was Tobias Bielohlawek im Rahmen seiner Diplomarbeit am DFKI zusammenbastelt. WhoAmI?! Gute Frage…

Jun 302007
 

„Warum muss es immer Rotwein sein?“ – Ausspruch eines unserer Techniker nach der Annahme eines tragisch verunglückten iBooks.

Als Antwort bieten sich meines Erachtens zwei Möglichkeiten an:

  • Ein roter Wein macht sich besonders gut auf weißen Rechnern
  • Rotwein wirkt kultivierter als eine Dose Paderborner oder Oettinger

Faszinierender weise wird in derartigen Fällen übrigens immer betont, dass es das erste Glas war. 😉

Jun 292007
 

Ich hab mich ja eigentlich immer für einen relativ konsequenten Apple-Fan-Boy (hach, Boy hat so was von Jugend *snief*) gehalten. Was derzeit aber in Sachen iPhone abgeht, lässt mich nur noch mit dem Kopf schütteln.

Ok, Apple bringt ein Telefon raus. Schön und gut. Auch ich hab mal gesagt, dass ich, wenn Apple ein Telefon oder Auto rausbringt, es sofort haben will. Aber mittlerweile kann man mich mit der ganzen Sache nur noch jagen. Die ganze Welt steht Kopf und andere Schlange. Vier Tage für ein albernes Telefon. Eigentlich sollte doch jeder mittlerweile wissen, dass die ersten Revisionen nicht unbedingt frei von Fehlern sein dürften und man von daher noch ein wenig warten sollte. Lasst doch die anderen erstmal in Ruhe die Beta-Tester machen.

Langsam aber sicher beschleicht mich aber dennoch das Gefühl, dass der Hype ein ganz besonderer zu sein scheint, der mit Rationalität nicht zu erklären ist. Alle Welt redet davon, aber so wirklich haben zu wollen, scheint es keiner. Nummer eins in der Schlange ist ein Profischlangesteher. Der zweite will eines für seinen Vater haben und ein weiteres bei ebay versteigern. Der Dritte ist ein Abenteurer… und wieder andere kaufen das Telefon um es dann für die „Keep a Child Alive„-Aktion zu versteigern – meines Erachtens das Sinnvollste, was man mit dem Dingen machen kann.

Ob es einen ähnlichen Trubel auch bei der Einführung des OpenMoko geben wird? Eine News bezüglich dieses grandiosen Telefons heute bei Teltarif ging irgendwie ins Leere. Vermutlich hatte jeder die Augen auf die Firma mit dem Apfel gerichtet… Schade, denn meines Erachtens liegen die wirklichen interessanten Ansätze nicht bei der Firma in Cupertino, sondern bei dem sympathischen OpenSource-Team. Infos zu dem offensten aller Telefone gibt es in einem interessanten Interview, das Tim Pritlove Anfang März mit Harald Welte („Senior Software Archtitect System Level“ vom OpenMoko-Projekt – krasser Titel!) für Chaosradio Express führte.

Update: Meine Theorie, dass keiner das iPhone wirklich selber haben will, wird durch diesen Artikel bestärkt.

Jun 282007
 

„Mir wurde gesagt, in Ihrem Hause arbeitet ein Informatiker. Wenn ich mir Sie so ansehe, dann müssten das eigentlich Sie sein.“

Der Kunde ist mittlerweile wieder weg. Und immer noch überlege ich, ob ich das jetzt als Beleidigung auffassen soll.

Jun 272007
 

Heute Abend ist mal wieder Chaos im Radio angesagt. Bereits seit gut 12 Jahren behandelt das Chaosradio des Chaos Computer Clubs auf rbb fritz Themen rund um Technologie und Gesellschaft. Die heutige Folge 125 befasst sich mit Jugendmedienschutz oder Zensur – Welchen Einfluss nehmen Netz und Computerspiele auf Kinder und Jugendliche?. Aus den Shownotes:

„Nach den Amokläufen von Erfurt und Emsdetten wurde die Ursache für den Gewaltausbruch schnell bei Ego-Shootern gesucht und gefunden. Eine emotionale Diskussion über mehr Verbote bis hin zur Internet-Zensur war die Folge. Die Fakten blieben dabei auf der Strecke.

Im Chaosradio wollen wir klären, welche Mechanismen zum Jugendmedienschutz in Deutschland existieren und mit euch diskutieren, ob diese sinnvoll sind und funktionieren. In welchem Alter sind Kinder und Jugendliche „reif fürs Netz“ und was können Eltern tun, damit Kinder von der Vielfalt im Internet nicht überfordert werden?“

Im Studio sind Frank Rosengart vom CCC (weitere stehen noch nicht fest) und zum dritten mal als Moderator dabei Jakob Kranz, der im April Holger Klein abgelöst hat.

Dank Jakob stehen die Chancen gut, dass im Chaosradio durchaus wieder Inhalte rüber kommen. Die letzten beiden Sendungen ließen jedenfalls bereits Gutes erahnen. Jakob scheint die Fäden gut in der Hand zu haben und das Zeug dazu zu haben, das Chaos in geregelte Bahnen zu lenken. Trotz meiner durchaus hohen Meinung Holgers gegenüber, verkamen „seine“ Chaosradios der letzten Zeit vor allem zu einer Laberei, in der der Spaß sehr weit vorne stand, die Inhalte jedoch arg vernachlässigt wurden. Besonders negativ hab ich noch Folge 114 (huch, auch schon wieder ein Jahr her) im Gedächtnis, in der Pavel immer wieder versuchte, krampfhaft zurück zum Thema (Softwareprojektmanagement) zu kommen.

Ich freue mich von daher auf drei schöne Stunden Infotainment mit einer gesunden Mischung aus lockerer Atmosphäre und Informationen.

Wie man Chaosradio am besten empfängt, erfährt man auf der Streaming-Seite des Wikis. Und für Leute wie mich, die es nie schaffen, die Sendung live zu hören wird es dann auch wieder auf der Chaosradio-Webseite diese als Podcast geben.

(via)

 

Jun 262007
 

In Zeiten mobiler Abhängigkeit von meinen Eltern – will sagen, als Kind resp. Jugendlicher verbrachten wir häufig unsere verlängerten Wochenenden/Ferien in einem kleinen Häuschen in Nordenau, einem kleinen typischen sauerländischen Dorf in der Nähe von Winterberg. Zugegeben, nicht die große Weltreise, aber doch immer wieder wunderbar zum Ausspannen und vor allem für mich als Kind zum Austoben. Meine Eltern brauchten mich morgens nur aus dem Haus zu lassen und ich war bis zum (Mittag-/Abend-)Essen damit ausgelastet, durch die Wälder zu turnen, Buden zu bauen, mich völlig einzusauen, an elektrische Weidezäune zu pissen und was man sonst noch so alles in der Natur machen kann. Das Wetter war dabei im weitesten Sinne egal. Für gemeinsame Aktivitäten bot der nahe gelegene Kahle Asten und z.B. die Bobbahn oder die Skisprungschanzen in Winterberg viel zusätzliche Abwechslung (nicht um selbst Sport zu treiben, sondern eher zum Bestaunen). Und sollte es doch zu stark regnen oder schneien, so war man in der Lage, sich im Haus selbst zu beschäftigen. Sei es, in dem man las, etwas spielte, malte oder – zum Leidwesen der restlichen Familienmitglieder – die Gitarre (weniger meine Fingerfertigkeit als der dazu begeisterte Gesang – bzw. das, was ich dafür hielt, waren hier das Problem) hervorkramte. Kurz gesagt: es war nie L-A-N-G-W-E-I-L-I-G! Ich kenne Langeweile quasi nicht.

Neulich fuhr eine mir fremde Familie mit ihren Kindern in besagtes Haus. Zwei Wochen sollten es werden, doch nach nicht einmal einer Woche brach diese die Zelte bereits wieder ab mit der Begründung, die Kinder könnten dort ja nichts machen. Es wäre total öde und langweilig dort. Es gäbe nicht ausreichend Freizeitaktivitäten, etc. Nicht nur, dass ich das quasi persönlich nehme, so war ich doch geschockt, in welcher Bespass-mich-Gesellschaft wir heutzutage leben.

Es fällt mir schwer zu verstehen, wie viele Leute sich mit Bravour langweilen können. Schaut man sich irgendwelche Teenie-Webseiten (Myspace, Beepworld, etc.) an, so findet man unter jedem zweiten Bild den Ausspruch „Da war mir langweilig“ als Begründung, warum man genau so aussieht, wie der Rest des Jahrgangs und nicht in der Lage ist, wenigstens einen individuellen Ausdruck (ich erwarte nicht mal Look) ins Gesicht zu zaubern. In Zeiten medialer Reizüberflutung, unendlichen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, zig Sportarten, die es wert sind ausprobiert zu werden (ob man die jetzt weiter durchzieht, steht auf einem anderen Blatt), unglaublichen Ansammlungen von Internetangeboten langweilt sich die heutige Gesellschaft – ich will gar nicht allein auf Jugend eindreschen – zunehmend und mit wachsender Begeisterung.

Warum ich darauf komme?! Ganz einfach. Es vergeht kein Tag ohne einen Cartoon von Userfriendly. Und so brachte man es heute einmal mehr auf den Punkt:

I’m Bored.

Jun 262007
 

Dass freie Lizenzen in der Musik durchaus angekommen sind, zeigen zahlreiche Releases unter Creative Commons. Was jedoch meistens dabei völlig außer Acht gelassen wird, ist das Werkzeug mit dem diese Klänge enstehen. Dass es längst nicht immer [Cubase | Logic | Live | Digital Performer | Reason | ProTools | und so weiter…] sein muss, wenn es darum geht, seine eigenen musikalischen Ideen zu Papier digitale Daten zu bringen, soll nun ein Workshop im Kölner Ableger der newthinkingStores zeigen.

Los geht es am Freitag, 29.06.2007 mit einem Vortrag zum Thema Audio mit Linux

„Zur Einleitung wird eine theoretische Einführung gegeben zum Thema „Audio mit Linux“. Es wird ganz besonders über die Möglichkeiten der openSUSE Linux basierten JackLab Audio Distribution (JAD) eingegangen, aber auch für Anwender anderer Linux Distributionen werden die praktischen Beispiele leicht nachvollziehen können.“

Samstag (30.06.2007) gibt es dann den Workshop: Audio mit Linux – Einführung in die praktische Arbeit mit AudioLinux

 

Es wird Themen geben, wie Aufnahmetechniken, Schnitt, Mastering, virtuelle Produktion, grundsätzliches Handling des Jack Audio Servers. Außerdem werden Themen wie „VST auf Linux“ behandelt. Es darf musiziert werden und am Ende sollen ein bis zwei brauchbare Produktionen rauskommen.
Der Workshop wird betreut von zwei Mitgliedern der JackLab Community. Edgar Aichinger lebt in Wien und ist Ton – und Lichttechniker, hat an verschiedenen Theaterproduktionen mitgewirkt und spielt leidenschaftlich gern Renaissance-und Barocklaute. Michael Bohle lebt in Bremerhaven und ist Multimediadesigner, Musiker und Initiator von JackLab.

Die Veranstaltung läuft zweigeteilt ab. Zunächst gibt es am Freitag, 29.06 eine allgemeine, eher theoretische Übersicht, was Linux im Audiobereich zu leisten im Stande ist und welche Hürden da ggf. noch zu nehmen sein werden oder in letzter Zeit genommen wurden. Am nächsten Tag soll dann eine komplette Produktion unter Linux durchgespielt werden. Hier soll dem praktischen Arbeiten mit den entsprechenden Programmen ein großer Raum gegeben werden.

Der Workshop am Samstag kostet 90€, die Veranstaltung am Freitag ist kostenfrei. Beide Veranstaltungen können natürlich auch unabhängig von einander besucht werden, wir empfehlen jedoch die Kombination.Eigene Hardware kann natürlich mitgebracht werden, falls sie transportabel ist, wir können aber ggf. auch Rechner (dann allerdings ohne professionelle Audio-Hardware) stellen.

Weitere Infos und Anmeldung auf der Veranstaltungswebseite des Kölner Stores.

Beide Termine finden im newthinking store Köln, Alteburger Straße 45, 50678 Köln statt. Für Nicht-Kölner der Hinweis, dass es durchaus Zeit erfordert, in der Kölner Südstadt einen Parkplatz zu bekommen!

Evtl. wird es hier im Blog bei Gelegenheit mal einen Überblick über unterschiedliche freie Musiksoftware geben. Dazu muss ich mich allerdings erstmal selber mit der Materie näher befassen. Ich selbst nutze Logic Pro 7 und Ableton Live 5 auf meinem MacBook.

Jun 262007
 

Still ist’s geworden im Staate Dänemarks Amerikas (ja, es sind mehrere, ich weiss!) – zumindest, was die Netzradios angeht. Was fast wie ein Kunstprojekt anmutet – alle Sender scheinen John Cages 4’33“ in der Endlosschleife zu spielen, ist leider ein trauriger Vorgeschmack auf das, was uns nach dem 15. Juli diesen Jahres blühen wird. Die unersättliche Musikindustrie zeigt einmal mehr, dass ihre Raffgier keinerlei Grenzen zu kennen scheint. Und wie das bei gut funktionierendem Lobbyismus (in Amerika noch aktiver als in Deutschland) so ist, spielt natürlich auch die Politik mit. Ab dem 15. Juli gelten von daher neue Lizenzgebühren für Internetradios in/aus den USA. Und die Musikindustrie wäre nicht die Musikindustrie, wenn sie nicht auch noch rückwirkend Geld (seit dem 01.01.2006) haben wollen würde. Und so kommt es, dass der von mir sehr geschätzte Sender Soma FM nicht nur 500.000 USD für 2007, sondern auch noch 600.000 USD für das Jahr 2006 an rückwirkenden Lizenzgebühren zu zahlen hat. 1.100.000 USD – Einen derartigen Betrag muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Von daher wird heute mit einem National Day of Silence gegen dieses Vorhaben demonstriert. Weitere Infos dazu auf der Webseite von SafeNetRadio.

Auch wenn ich mit der amerikanischen MI nicht sonderlich viel zu tun habe, so sehe ich die Kündigung meiner GEMA-Mitgliedschaft zum Ende diesen Jahres (eher ging nicht) einmal mehr als richtig an!

(via)

Jun 252007
 

Irgendwann im letzten Jahr ist es geschehen. In der Wohnung einer Freundin machte sich Gottfried breit. Und er scheint sich wohl zu fühlen. Ob dies die unfreiwillige Herbergsmutter auch so sieht?!

Nach einem etwa einjährigen Zwischenhalt bei Myspace findet man die Zwiegespräche der besonderen Art seit heute auf Herrgottfriednochmal! Lesenswert – wie auch die anderen Texte Sina Wartmanns. Mein Highlight auf DIN2711: ZKM.